Bad Berleburg. Im Herrengarten – gegenüber des Bad Berleburger Gymnasiums – wird seit Monaten kräftig gebaut. Das Neue Capitol soll noch im Herbst diesen Jahres eröffnen. Dann erwartet die Besucherinnen und Besucher nicht nur ein Kinoerlebnis oder Veranstaltungen, sondern auch ein neues Restaurant und Hotel. Am 1. September 2021 fand der Spatenstich statt. Im Internet findet sich bereits zwei Stellenanzeige. Gesucht: Ein Betreiber für das Hotel/Restaurant und/ oder ein Küchenchef. „Option A wäre für uns, wenn wir einen Betreiber für das Capitol finden würden. Alternativ aber suchen wir auch einen Küchenchef, der dann bei der HCK GmbH & Co. KG angestellt ist und der dann gemeinsam mit uns das Gastronomie-Konzept erstellt“, teilt Kino-Projektmanagerin Carolin Lünser auf Nachfrage dieser Lokalzeitung mit.

Die Stellenanzeigen

„Abwechslungsreiche Gastronomie in einem neuen modernen Restaurant mit 115 Sitzplätzen, ein Hotel in zentraler Stadtlage mit zehn Zimmern und zwei Suiten, Kino-Events mit Blockbustern, Live-Kultur mit Konzerten, Lesungen oder Kabarett“, heißt es zu Beginn der Stellenausschreibung. Kino, Restaurant und Hotel in einem – so der Plan für das neue Capitol in Bad Berleburg. Investor ist die HCK GmbH & Co. KG (wir berichten). Und genau für dieses Zusammenspiel wird nun jemand für die Hauptrolle gesucht – kurz: einen Betreiber. „Das Projektplanungsteam freut sich auf motivierte Persönlichkeiten, deren Herz für die Gastronomie, Hotellerie und Kinos schlägt“, heißt es. Doch was sollte ein Bewerber mitbringen? Berufserfahrung in der gehobenen Gastronomie und Hotellerie, Erfahrungen in der Mitarbeiterführung, der Personaleinsatz- und Budgetplanung und gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse wären auf jeden Fall von Vorteil. Das geht aus der Stellenbeschreibung hervor.

Im Gegenzug kann sich der potenzielle Betreiber auf eine neue Küche mit hochwertigen Arbeitsgeräten freuen. „Uns ist es wichtig, gemeinsam das Capitol zu gestalten“, so Lünser. Neben einer modernen Küche bietet das künftige Capitol aber auch modern ausgestattete Zimmer, „die Bezug zum Kino haben werden“.

Alternativ zum Betreiber wird – wie bereits erwähnt – ein Küchenchef in Vollzeitbeschäftigung gesucht. Dieser würde dann künftig verantwortlich für einen reibungslosen Betriebsablauf in der Restaurantküche des Capitols sein. Zudem ist Kreativität gefragt, denn: Gemeinsam mit der HCK wird der Küchenchef das Konzept des neuen Capitols gestalten. Weitere Aufgaben wären laut Stellenanzeige die Menüplanung, aktive Speisenzubereitung, Qualitätssicherung, Speisenpräsentation und -ausgabe. „Der Küchenchef hat die Personalverantwortung für das gesamte Küchenpersonal und stellt sicher, dass die Arbeitssicherheits- und Hygienevorschriften eingehalten werden“, heißt es.

Es bleibt spannend: Im Herbst dieses Jahres dürften sich dann die ersten Gäste auf die Speisen und das Kino-Event in Bad Berleburg freuen.

Zeitungsartikel aus der Westfalenpost vom 21. Januar 2022 von Ramona Richter.

Bad Berleburg. Das Drehbuch ist geschrieben, neben aktuell laufenden Arbeiten am Setting finden parallel auch die Castings statt – so oder so ähnlich könnte man den aktuellen Sachstand bezüglich des Großprojekts „Neues Capitol“ im Herrengarten in Bad Berleburg beschreiben, um in der Filmsprache zu bleiben. Denn genau dieses Metier greift das ganzheitliche Konzept aus Kino, Hotel und Restaurant in allen möglichen Facetten auf.

Ein durchaus außergewöhnlicher Ansatz, wie Carolin Lünser im Gespräch mit der SZ bestätigt. „Ein derartiges Konzept ist schon etwas Besonderes und fast einmalig in Deutschland. Lediglich in Harsefeld bei Buxtehude gibt es bereits ein Kino-Hotel in ähnlicher Art“, so die Projektmanagerin, die sich seit Mai intensiv mit den Planungen rund um die drei Bausteine Kultur-Kino, Kino-Hotel und Restaurant beschäftigt. Investor ist die HCK GmbH & Co. KG um Christian Kocherscheidt, mit der Planung beauftragt ist die Pahl + Weber-Pahl Planungsgesellschaft Darmstadt.

Bodenplatte noch vor Weihnachten 

In Bad Berleburg hat man sich mittlerweile schon an die Großbaustelle in der Nähe des Johannes-Althusius-Gymnasiums gewöhnt. Zumal die für den Herbst 2022 anvisierte Eröffnung des neuen Capitols nicht nur die Odebornstadt, sondern ganz Wittgenstein elektrisiert. Erfreulich deshalb, dass die eingangs erwähnten Arbeiten am Setting – also die eigentlichen Bauarbeiten – weiter auf Hochtouren laufen, wie Carolin Lünser bestätigt. So verfolgt man nach Erledigung der aufwendigen Unterkellerungsarbeiten noch ein weiteres ambitioniertes Ziel: Nach Möglichkeit soll noch vor Weihnachten die Bodenplatte gelegt werden. Auch von der aus vielen Branchen bekannten Beschaffungsproblematik von Baumaterial sei das Projekt bisher glücklicherweise größtenteils verschont geblieben, sodass es noch zu keinen nennenswerten zeitlichen Verzögerungen gekommen sei.
Corona-bedingte Auswirkungen spürt die 35-Jährige nach eigenen Angaben dennoch. Und zwar bei den zurzeit laufenden Casting-Arbeiten, also dem Zusammenstellen eines Teams für Hotel und Restaurant. Während sie zur konkreten Betreibersuche „noch nichts sagen kann und möchte“, räumt Carolin Lünser ein, dass der in der Pandemie zu verzeichnende Personalmangel in Gastronomie- und Hotelleriegewerbe die Suche nach geeigneten Kandidaten nicht gerade vereinfache. Dennoch habe man bereits aussichtsreiche Kontakte geknüpft und werde demnächst auch eine Stellenausschreibung diesbezüglich veranlassen. Denkbar sei vieles: So könne ein Koch beispielsweise durchaus auch als Betreiber auftreten. „Wichtig ist, dass wir ein Team finden, das das Konzept mitträgt“, betont die Projektmanagerin. Gestaltungsmöglichkeiten inklusive.

Große Pläne für Kino und Hotel

Denn dieses Konzept – also das Drehbuch – steht bereits und durchzieht und verknüpft dabei alle drei Projektbausteine. „Das ganze Haust ist ein Event“, verspricht Carolin Lünser in Bezug auf ihr „Herzensprojekt“. Im Erdgeschoss, wo die drei Kinosäle saniert werden und 182 Sitzplätze entstehen, wird der große Saal beispielsweise mit einer Bühne und modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet. Hier sollen neben den Kino-Blockbustern demnächst auch unterschiedliche Kulturveranstaltungen wie Lesungen oder Kabarett, private Feiern oder Tagungen stattfinden.
Das Restaurant wiederum wird Gästen die Möglichkeit bieten, sich vor der Filmvorführung beispielsweise mit einem Drei-Gang-Menü verwöhnen zu lassen. „Hier wird es eine besondere Herausforderung sein, das Essen zeitnah und pünktlich bereitzustellen. Denn der Film wartet nicht“, weiß die ehemalige Leader-Regionalmanagerin. Zu besonderen Anlässen werde man sich zudem thematisch passende Gerichte, Getränke und Snacks einfallen lassen, etwa einen stilechten Martini-Empfang bei einem James-Bond-Film. Geschüttelt, nicht gerührt, versteht sich. Auch ein Sonntagsbrunch sei denkbar und in Wittgenstein gefragt, so Carolin Lünser.

Gäste sollen Hauptdarsteller sein

Das Hotel, das im bisher leerstehenden Dachgeschoss mit zehn barrierefreien Doppelzimmern und zwei behindertengerechten Suiten geplant ist, fügt sich ebenfalls nahtlos in das Konzept ein. So wird zum einen die klassische Rezeption mit Empfang abgeschafft, zum anderen gibt es Überlegungen, jedes der Zimmer mit eigenem Beamer statt der üblichen Flachbildschirme auszustatten. „So hätte jeder Gast sein eigenes kleines Kino und könnte sich beispielsweise Popcorn aufs Zimmer bestellen“, erklärt die Projektmanagerin die Grundidee. Denn eines steht für sie bereits jetzt über allem: „Unsere Gäste sollen die Hauptdarsteller sein, und wir sind die Regisseure.“

Zeitungsartikel aus der Siegener Zeitung vom 12. November 2021 von Lars Lenneper.

Bad Berleburg. Um die Menschen von der Couch, den Chips und Netflix, Disney Plus und Co weg zu locken, braucht es heutzutage schon etwas mehr als nur ein Kino. Das weiß Christian Kocherscheidt, der zusammen mit der HCK GmbH &Co. KG – dahinter verbergen sich die Namen Hans, Christian und Katrin der Familie Kocherscheidt – in das neue Capitol investiert, um den kulturellen Mittelpunkt in Bad Berleburg wieder mit Leben zu füllen. Das Konzept, das an bekannter Stelle verwirklicht werden soll, ist in seiner Form erst das zweite seiner Art in Deutschland.

Kino, Hotel und Restaurant – in einer Union, wie es im neuen Capitol geschehen soll, gibt es sonst nur in Buxtehude und ist ansonsten deutschlandweit einzigartig. „Vor mittlerweile fast eineinhalb Jahren haben wir uns Gedanken darüber gemacht, als es absehbar war, dass das Kino aus gesundheitlichen Gründen geschlossen werden musste. Seitdem wir uns entschlossen haben, das Kino zu übernehmen, sind sehr viele Ideen und Gedanken in das Vorhaben geflossen“, sagt Kocherscheidt am Mittwoch vor der Baustelle.

Erste Abrissarbeiten

Die Schaufel für den symbolischen Spatenstich steht schon an der Wand, die bald Teil des neuen Restaurants werden soll. Im ehemaligen Wohnbereich des Gebäudes finden bereits erste Abriss-Arbeiten statt, denn es muss ein neues Treppenhaus entstehen, dass einen angemessenen Fluchtweg für die Hotelgäste und Kinobesucher bietet. „Das Alte hätte diesem Standard gar nicht entsprochen“, erklärt Architektin Monika Weber-Pahl (Pahl und Weber-Pahl Planungsgesellschaft Darmstadt). Im Gebäude selbst gehen die Arbeiten auch schon voran – aber: Die Besucher des alten Kinos werden „ihr“ Capitol auch wiedererkennen. „Wir haben vieles aufbewahrt und eingelagert, sowohl Mobiliar als auch Technik. Das wird alles wieder eingebaut“, so Kocherscheidt. Das neue Capitol werde in seiner jetzigen Optik der 50er und 60er Jahre bestehen bleiben und durch moderne Architektur ergänzt. Das Gebäude soll zudem technisch und energetisch zeitgemäße Standards der Digitalisierung sowie CO-arme Energiequellen nutzen.

Die Unterstützung

Dass die Arbeiten jetzt starten konnten, sei unter anderem der Stadt Bad Berleburg zu verdanken, macht Kocherscheidt deutlich. „Da muss ich wirklich Danke sagen. Denn schon beim ersten Kontakt, als ich mir noch unsicher war, wurde von Seiten der Verwaltung für viel Unterstützung gesorgt“, so Kocherscheidt. Ende der Bauarbeiten und Eröffnung soll wie vorgesehen im Herbst 2022 sein – „ganz zufällig im selben Zeitraum, wie ein großes Jubiläum eines großen Schraubenherstellers der Region“, sagt Kocherscheidt lachend. Dann öffnet das Kino endlich mit dem versprochenen Event-Charakter.

Zeitungsartikel aus der Westfalenpost vom 2. September 2021 von Lisa Klaus.

Carolin Lünser und Christian Kocherscheidt haben sich über die überwältigende Resonanz sehr gefreut. 

Bad Berleburg. 17er Nuss und 17er Schlüssel – der Blick in so manchen Werkzeugkasten, der am Dienstag im Bad Berleburger Capitol-Kino stand, offenbarte den unbedingten Willen, die ersteigerten Kino-Sessel abzumontieren. Doch ohne das richtige Werkzeug ging gar nichts. Daher wurde hektisch telefoniert – oder sich einfach einmal vor Ort geholfen.

Carolin Lünser hatte die Idee, die Aktion mit den Kinosesseln auf Facebook zu veröffentlichen. Sie koordiniert das Kino-Projekt für Christian Kocherscheidt und Katrin Kocherscheidt, die mit der HCK GmbH & Co. KG das Kino erworben haben (SZ berichtete).

Nachdem man die Aktion im Internet veröffentlicht habe, sei die Reaktion überwältigend gewesen. „Ich saß mit zwei Mobilgeräten am Platz. In wenigen Minuten waren alle 82 Sessel reserviert. Die Leute wollten ein Stück Erinnerung mit nach Hause nehmen.“

Kino soll umgestaltet werden

Warum die Sessel weichen mussten, erläuterte Christian Kocherscheidt: „Wir wollen das Kino umgestalten. Dazu müssen wir den Kinosaal 1 umbauen. Eine neue Bestuhlung ist auch vorgesehen, daher hatten wir Kinostühle und Sessel über.“ Die Sessel anzubieten, sei eine gute Idee gewesen. „Das war eine super Werbeaktion für das ganze Kino“, freute sich der Eigentümer und er betonte: „Wir sind darauf angewiesen, dass unsere Region attraktiv bleibt, wie es von der Landschaft, der Wohnsituation und der Arbeit der Fall ist. Wenn dann so ein kulturelles Thema fehlt, hat mir das schon Leid getan. Ich habe gehofft, dass sich irgendjemand findet und etwas unternimmt. Doch dann stellt man fest: Christian, wenn du es jetzt nicht machst, wird es erstmal keiner tun.“

Die letzten beiden Filme, die er im Bad Berleburger Kino gesehen habe, seien Jumanji und Star Wars gewesen, so Christian Kocherscheidt, der anmerkte, dass seine Frau Iris eher die Kino-Expertin sei. „Sie ging früher mit einigen Freundinnen regelmäßig mittwochs ins Kino.“

Erlebniskino mit Hotel und Restaurant

Das zukünftige Kino solle, so Projektleiterin Carolin Lünser, ein Erlebniskino mit Hotel und Restaurant werden. „Diese drei Bereiche sollen enorm voneinander profitieren. Man kann ins Kino gehen, einen Film anschauen, aber auch Kleinkunst erleben. Dazu wird im großen Sahl auch eine Bühne errichtet.“ Anschließend könne man sich bei einem Glas Wein über den Film austauschen und dann vielleicht im Kino übernachten.

Eine Voraussetzung für den weiteren Fortschritt des Projektes war die Demontage der alten Kinosessel. Etwas über 20 Glückliche kamen zum Bad Berleburger Traditionskino, um sich ihre Sessel abzuholen. Sie hatten bei einer Online-Aktion das Glück gehabt, auf die Liste derer zu kommen, die sich auf dieses ganz besonderen Möbel freuen dürfen.

Vier Sessel fürs Heimkino

Darunter war auch Martina Meier, die sich engagiert mit dem richtigen Werkzeug an die Arbeit machte. Sie und ihr Mann hatten einen Altbau erstanden und renoviert. „Kino ist eine Leidenschaft meines Mannes. Daher wird ein Heimkino in unserem Haus einen Platz finden. Da passen vier Kinosessel aus der Heimatstadt natürlich bestens hinein.“

Für seine Tochter war Peter Kutschan vor Ort. „Zwei Sessel waren der Auftrag. Die kommen jetzt nach Gelsenkirchen zu meiner Tochter, die ja auch aus Bad Berleburg stammt.“ Bei der Aktion verlangte Christian Kocherscheidt übrigens kein Geld für die Sessel. Eine Spende für die rare Ware war aber gern gesehen. Hier dachte der Bad Berleburger Unternehmer an den Jugendförderverein, der in Corona-Zeiten eine lange Durststrecke durchzustehen hat. „Eine tolle Aktion. Ich bin froh, dass wir gefragt wurden“, freute sich dann auch der Vorsitzende Holger Saßmannshausen vor Ort.

Foto: Andreas Wolf

Zeitungsartikel aus der Siegener Zeitung vom 19. Mai 2021 von der Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

Andreas Wolf, Monika Weber-Pahl, Christian Kocherscheidt, Bernd Fuhrmann und Holger Saßmannshausen (von links) freuen sich über das „Neue Capitol“ und die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten.

Bad Berleburg. Ein großer Saal, das Licht gedämmt, tiefer Bass, der aus den Boxen tönt und der Duft nach frischem Popcorn – ein Kinobesuch ist für die meisten Menschen mehr als nur mal eben „einen Film schauen“. Es ist ein Ereignis, das man mit Familie, Freunden oder aber auch alleine – für sich – genießen möchte. Ein Ereignis, das seit Anfang des Jahres in Bad Berleburg nicht mehr möglich ist. Aus gesundheitlichen Gründen musste der Betreiber das Kino in der Herrenwiese schließen. Nun aber können Kinoliebhaber uns all jene, die Kabarett, Variete und Co vermissen, aufatmen. Das „Neue Capitol“ soll 2022 wieder eröffnen. Kino, Variete, Theater – vereint mit einer Gastronomie und Bettenvermietung – so der Plan den die beauftragte Architektin Monika Weber-Pahl (Pahl und Weber-Pahl Planungsgesellschaft Darmstadt) nun vorstellte.

Die Idee

Die Idee sieht wie folgt aus: Einen Ort schaffen, wo Events wie Kino, Lesungen, Konzerte und Co. stattfinden können, Menschen Essen gehen können und auch übernachten können. Der Name „Capitol“ bleibt – ebenso wird auch die Optik der 1950er Jahre weitgehend beibehalten und mit moderner Architektur ergänzt. So beispielsweise in Form einer neuen Gastronomiefläche mit Innen- und Außenbetrieb. Die private Nutzung der Obergeschosse wird zukünftig entfallen.

Das Erdgeschoss

Im Erdgeschoss wird es auch weiterhin drei Kinosäle geben – mit einer Kapazität von ca. 188 Plätzen. Zudem wird es im großen Saal künftig eine Bühne geben, wo dann auch Lesungen und Aufführungen stattfinden können. Zudem kann dort ein Teil der Sitzplätze mit Tischen ausgestattet werden, so dass dort auch eine Bewirtung erfolgen kann. „Das Kino soll jedoch keine Konkurrenz zum Bürgerhaus sein“, betont Weber-Pahl. Vielmehr sei es eine Ergänzung für das kulturelle Programm in der Stadt. Was den Eingangsbereich betrifft, so wird es dort auf der einen Seite ein Foyer geben und auf der anderen Seite ein Bistro. Dazwischen fungiert der Thekenbereich als Theke, Ticketverkauf und Zimmervermietung. Die Fläche draußen, zwischen den vier Bäumen, wird ebenfalls für die Gastronomie hergerichtet. Was das Bistro betrifft, so handelt es sich dabei um einen gläsernen Anbau. Ebenfalls wird es nach Norden einen Anbau geben, der für weitere Stellplätze und im Obergeschoss für die Technik genutzt werden soll.

Das Obergeschoss

Im Obergeschoss soll im Bereich des Bistros eine Galerie mit bis zu 46 Plätzen entstehen. Des Weiteren befinden sich im Obergeschoss die Verwaltung, Projektionstechnik für die Kinosäle und ein multifunktionaler Raum, der für kleinere Zusammenkünfte gebucht werden kann. Durch das Bistro ist auch dort ein Cateringservice möglich.

Das Dachgeschoss

Ebenfalls könnte das Bistro als Frühstücksraum genutzt werden, denn das bislang leerstehende Dachgeschoss soll in ein sogenanntes „Boardinghouse“ umfunktioniert werden. Dort entstehen insgesamt elf barrierefreie Doppelzimmer und eine behindertengerechte Suite.

Der Investor

Es ist kein Ejot-Projekt – soviel sei gesagt. Vielmehr ist es ein Projekt der HCK GmbH & Co. KG – dahinter verbergen sich die Namen Hans, Christian und Katrin der Familie Kocherscheidt. „Als klar wurde, dass das Kino dicht macht, fand ich das sehr schade. Ich bin immer gerne ins Kino gegangen. Und es tat mir auch Leid und natürlich denkt man da auch an die Attraktivität des Standortes. “ Kocherscheidt selbst hatte ein großes Interesse daran, dass so etwas, wie das Kino, in der Stadt erhalten bleibt. Und dann kam der Moment, in dem ihm klar wurde: „Wenn du nicht selber jetzt darüber nachdenkst, dann wird das wahrscheinlich nichts. Es wird niemand über Nacht ankommen und anfangen, das Kino zu übernehmen.“ Recht schnell wurde ihm aber auch bewusst, dass vom Kinobetrieb allein das ganze Thema nicht leben kann. „Vor 80 Jahren konnte man die Massen vielleicht ins Kino bewegen. Heute aber gibt es Netflix und Co. Die Stärke eines Kinos ist aber, dass es auch ein Ereignis ist und das müssen wir nutzen, in dem wir den Kinobesuch wieder zu einem Ereignis machen – mit Essen, Trinken und alles was dazu gehört.“ Der wichtigste Punkt in der Zukunft wird es nun sein, einen geeigneten Betreiber zu finden. Hotellerie, Gastronomie und Kino? „Wenn wir jemanden finden, der alles vereint, wäre es natürlich super. Aber das wird sich erst noch zeigen“ , so Kocherscheidt. Bürgermeister Bernd Fuhrmann lobt die Ideen zum neuen Capitol: „Es ist für die Stadtentwicklung sehr wichtig, dass das Kino erhalten bleibt.“

Foto: Ramona Richter

Zeitungsartikel aus der Wittgensteiner Zeitung vom 25. August 2020 von Ramona Richter

Bad Berleburg. (ch) Der – vorerst – letzte Vorhang öffnete sich am Mittwochabend im Capitol-Kino-Center in Bad Berleburg. Wie Kinobetreiber Bernd Womelsdorf bereits 2019 ankündigte, ist das Capitol-Kino nun aus gesundheitlichen Gründen geschlossen. Damit endete eine Ära in Bad Berleburg. Bernd Womelsdorf betrieb das Capitol-Kino seit 1088. Doch schon lange vorher engagierte sich der Bad Berleburger für den Betrieb seines Vaters Kurt Womelsdorf, der leider im Jahr 1972 viel zu früh verstarb. Schon als Schüler half Bernd Womelsdorf seiner Mutter und sorgte dafür, dass die Stars aus Europa und Hollywood über die Leinwände in Bad Berleburg flimmerten. Nach und nach wurde das Kino modernisiert. Der rote Wandbehang, die Plakate der Stars und Sternchen, die von Filmrollen umfassten Lampen – so ziemlich alle Wittgensteiner sind hier ins Kino gegangen, haben sich etwas Stärkung an der Theke besorgt, um dann ihren Lieblingsfilm im „Capitol“ zu sehen. Das war übrigens am letzten Tag nicht anders: So liefen noch am Mittwoch „Spione Undercover“, „Ich bin dann mal weg“, „Jumanji 2 – The Next Level“, die Eiskönigin 2 und „Star Wars – der Aufstieg Skywalkers“, letzterer in 3D – im Herrengarten 8. „Die Vorstellungen waren noch einmal gut besucht“, berichtete Angelika Wetter, Lebensgefährtin von Bernd Womelsdorf. Zahlreiche ehemalige Mitarbeiter/innen und andere Bürgerinnen und Bürger waren am Mittwochabend gekommen, um die letzten Vorstellungen des Capitol-Kino-Centers zu erleben. Gerade die ehemaligen Mitarbeiter/innen, die als Schüler vor 20-30 Jahren im Capitol-Kino-Center arbeiteten, hatten sich abgesprochen, um zur Freude von Bernd Womelsdorf vorbeizukommen. Alte Geschichten wurden erzählt, von kleinen Pannen und großem Kino. Dann war es soweit, das letzte Lichtschwert war gezogen, das letzte spannende Finale gezeigt. „Jetzt hoffe ich, dass es weitergeht. Es laufen ja Gespräche – denn sonst wäre es wirklich schade für Bad Berleburg. Aber es gibt Interesse in der Stadt, dass das Kino hier weiterläuft. Ich für meinen Teil danke jedenfalls allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen kleinen und großen Besucherinnen und Besuchern für die schöne gemeinsame Zeit“, betonte Bernd Womelsdorf im Gespräch mit der Wittgensteiner Wochenpost.

Foto: privat

Zeitungsartikel aus der Wittgensteiner Wochenpost vom November 2019.